Süßholz
Glycyrrhiza glabra



Wirkstoffe
Bis 15% Glycyrrhizin, Flavonoide

Wirkteile
Wurzel (Radix Liquiritae)

Standort
Strauch an Wegrändern, kultiviert

Herkunft
Mittelmeerraum (Spanien, Frankreich, Italien), GUS

Anwendung
Magengeschwür, Husten, Verschleimung, Süßstoff

Zubereitung
Süßholzwurzel wird pur, d.h. ohne entsprechende Aufbereitung üblicherweise nicht genutzt. Man stellt jedoch aus der Wurzel den eingedickten Lakritzextrakt her. Er ist Ausgangstoff in der Bonbonindustrie (Lakritzstangen). Therapeutisch wird er bei Magenbeschwerden und bei Bronchialleiden verwendet. Der Hauptinhaltsstoff Glycyrrhizin ist ein sogenanntes Saponin, diese wirken auswurffördernd bei Husten. Glycyrrhizin wirkt zusätzlich leicht entzündungshemmend. Mit Erfolg werden Süßholzextrakte auch zur Behandlung des nicht blutenden Magengeschwürs eingesetzt die Behandlung erstreckt sich dabei über einen mehrwöchigen Zeitraum. Auch als krampflösender und harntreibender Wirkstoff ist Glycyrrhizin beschrieben. Glycyrrhizin ist 40mal süßer als Zucker. Zubereitungen mit Süßholz sind deshalb auch hervorragend geeignet andere Wirkstoffe geschmacklich zu überdecken.

Hinweis
Glycyrrhizinsäure ist ein sogenanntes Mineralkortikoid und nebennierenrindenwirksam. Bei Daueranwendung kann erheblicher Kaliumverlust auftreten, begleitet von erhöhtem Blutdruck und Wasseransammlung. Eine Langzeiteinnahme sollte deshalb nicht ohne ärztlichen Rat und Kontrolle erfolgen. Süßholz ist eine sehr alte Heilpflanze, Wurzeln wurden in der Grabkammer des Pharao Tut-Ench-Amun (1350 v.Chr.) gefunden. Theophrast beschrieb Süßholz als Mittel gegen Brust- und Hustenbeschwerden, Galen erwähnte seine Süßkraft, die nicht durstig mache. Über die Römer gelangte Süßholz auch nach Deutschland, im 15. Jhd. kultivierten Benediktinermönche Süßholz in Bamberg und versorgten ganz Deutschland, wo auch heute noch Süßholzsträucher wachsen sollen.