Sennes
Cassia angustifolia



Wirkstoffe
Sennoside (Hydroxyanthraceenderivate) 3%

Wirkteile
Fiederblätter (Folia Sennae)

Standort
Plantagen kultiviert

Herkunft
Ägypten, Sudan (Ursprungsland), Indien (Tinnevelly)

Anwendung
Verstopfung, Blähungen

Zubereitung
Sennesblätter dürfen nicht gekocht werden, um die unangenehmen Nebenwirkung des Sennesblätterharzes (spastische Leibschmerzen) zu vermeiden. Man nimmt 1 Teelöffel Droge pro Tasse Wasser und läßt diese 15 Minuten ziehen. Sennesblätter sind der häufigste Bestandteil von Abführtees, häufig sind sie kombiniert mit anderen verdauungsfördernden und entblähenden Teebestandteilen. Für die abführende Wirkung sind sogenannte Sennoside (Hydroxyanthaceenderivate) verantwortlich. Gelegentlich werden auch die Früchte der Tinnevelly-Art verwendet. Die Darmentleerung erfolgt durch Reizung der Dickdarmmotorik nach 6-8 Stunden.

Hinweis
Sennesblätter- oder Früchtezubereitungen dürfen in der Schwangerschaft nicht angewendet werden! Eine verbesserte Verträglichkeit des Teeaufgusses erzielt man durch Beigabe von Fenchel oder Anisfrüchten im Verhältnis 2 (Senna): 1 (Fenchel, Anis). Beim Kauf und bei der Lagerung ist peinlich genau auf den Befall mit Schimmel (Botulismustoxine) zu achten. Die Droge ist sehr feuchtigkeitsempfindlich und muß entsprechend trocken gelagert werden! Sennoside verursachen, wie alle Hydroxyanthraceenderivate, bei Dauergebrauch einen starken Wasser- und Elektrolytverlust, und sollen deshalb nur kurzfristig verwendet werden. Der Kaliumverlust ist insbesondere für Herzpatienten und Blutdruckpatienten gefährlich. Bei Darmverschluß darf das Präparat nicht angewendet werden. Sennesblätter wurden von arabischen Ärzten im 9. und 10. Jahrhundert eingeführt. Die Droge wurde nach Europa hauptsächlich aus dem Sudan und Ostafrika eingeführt.