Rhabarber, Medizinal-
rhabarber
Rheum officinale

Wirkstoffe
Hydroxyanthraceenglykoside (min.3% Rhein)

Wirkteile
Wurzel (Radix Rhei )

Standort
Nur kultiviert

Herkunft
China, in Europa kultiviert

Anwendung
Verstopfung, Magenanregung, Mundpinselung

Zubereitung
Obwohl man Medizinalrhabarber pulverisiert auch einnehmen kann, beschränkt sich die Verwendung auf Teemischungen oder Fertigpräparate. Rhabarber ist ein mildes bis mittelstarkes Abführmittel mit Angriffspunkt an der Dickdarmmotorik. Hauptwirkstoff sind Hydroxyanthraceenglykoside. Die in der Droge enthaltenen Gerbstoffe vermindern die abführende Wirkung,so daß eine eher milde Anregung des Darmes erfolgt. Die abführende Wirkung setzt nach 6-8 Stunden ein. In geringeren Dosen wird Rhabarber auch wegen seiner zusammenziehenden (adstringierenden) Wirkung zur Anregung der Magentätigkeit gebraucht. Vielfach Anwendung findet auch der alkoholische Auzug der Wurzel. Er wirkt hauptsächlich adstringierend und wird für Mundpinselungen gebraucht (vgl. Pyralvex).

Hinweis
Medizinalrhabarber darf, wie alle anthrachinonhaltigen Präparate nicht bei Darmverschluß und nicht während der Schwangerschaft angewendet werden (Wirkstoffe gehen in die Muttermilch über). Die Gefahr des Wasser und Elektrolytverlustes ist bei Rhabarber nicht so gravierend wie bei anderen Abführdrogen, Daueranwendung kann aber auch hier nicht empfohlen werden. Der Urin färbt sich durch Einnahmen von Rhabarberpräparaten typisch hellrot bis rot (alkalischer Harn), diese Färbung ist normal und ungefährlich. Der hier besprochene Rhabarber ist nicht identisch mit dem bei uns verbreiteten Gartenrhabarber(!). Medizinalrabarber wird seit 2700 v.Chr. in China medizinisch verwendet. Von dort gelangte er zunächst über die ehemalige Seidenstrasse, ab dem 17. Jahrhundert unter russischer Kontrolle über Sibirien, nach Europa.