Mariendistel
Carduus marianus

Wirkstoffe
Flavonoide, biogene Amine, Gerbstoffe, fettes Öl, äth. Öl

Wirkteile
Früchte (Fructus Cardui Mariae)

Standort
Deutschland, verwildert auf Schutt und an Feldwegen

Herkunft
In Deutschland kultiviert, Balkanstaaten, Mittelmeerraum

Anwendung
Leberleiden, Vergiftungen, Leberentzündungen

Zubereitung
Die Marienkörner sollen vor der Zubereitung, um eine bessere Wirkstofffreisetzung zu erzielen, in einem Mörser angequetscht werden. Davon einen Teelöffel voll mit kochendem Wasser übergießen und mindestens 10 Minuten ziehen lassen. Man trinkt über einen längeren Zeitraum vor jeder Hauptmahlzeit eine Tasse. Die Marienkörner werden bei akuten und chronischen Leberentzündungen, bei angegriffener Leber und bei alkoholgeschädigter Leber verwendet. Klinisch werden standardisierte Mariendistelextrakte auch bei schweren Pilzvergiftungen (Knollenblätterpilz) eingesetzt. Die eigentlichen Wirkstoffe sind sogenannte Flavonoide der Silymaringruppe. Sie wirken schützend auf das Leberparenchym.

Hinweis
Laien sollten bei Vergiftungen immer den Arzt aufsuchen! Gelegentlich wird auch das getrocknete Kraut entsprechend den Samen verwendet. Die Wirkung des Krautes ist deutlich vermindert. Bereits die Griechen verwendeten Pflanzenteile gegen Vergiftungen. Die Römer brachten die Pflanze nach Mitteleuropa und die Germanen weihten sie, aufgrund ihrer heilsamen Wirkung der Göttin Freya. Der Name Mariendistel entstammt der Vorstellung, daß die auffälligen weißen Adern, die die Blätter durchziehen, von der Milch der Jungfrau Maria stammen. Im Mittelalter war die Pflanze fester Bestandteil der meisten Klostergärten, sie wurde bei Brust- und Seitenstechen verwendet. Die enorme Bedeutung, die der Pflanze zuerkannt wurde, ist in vielen mittelalterlichen Darstellungen und Kräuterbüchern dokumentiert.