Enzian (gelber)
Gentiana lutea

Wirkstoffe
Bitterstoffe (Gentiopicrosid, Amarogentin, Gentisin)

Wirkteile
Enzianwurzel ( Radix Gentiana)

Standort

Bergwiesen, Rasen

Herkunft

Mittel- und Südeuropa, Türkei

Anwendung
Magen- und Verdauungsbeschwerden, Appetitlosigkeit

Zubereitung
1/2 Teelöffel Enzianwurzeln wird mit 150 ml kochend heißem Wasser übergossen und nach 5-10 Minuten abgeseiht. 3 mal täglich 1 Tasse Tee etwa eine halbe Stunde vor den Mahlzeiten trinken. Die Wurzel des Gelben Enzian wird zur Behandlung von Magenbeschwerden, Verdauungsstörungen sowie bei Appetitlosigkeit verabreicht. Die Heilkraft der Bitterstoffe wird in der Volksheilkunde außerdem bei Fieber, Gicht, Leber- und Gallenleiden genutzt. Auch bei Hypochondrie soll die Enzianwurzel eine heilsame Wirkung entfalten. Neben Enzian-Tees erfreuen sich vor allem die Schnäpse als Magenbitter großer Beliebtheit.

Hinweis
Der Gelbe Enzian steht auf der Roten Liste der vom Aussterben gefährdeten Tiere und Pflanzen Deutschlands und sollte daher auf keinen Fall in der freien Landschaft gepflückt werden. Der Verbreitungsschwerpunkt des Gelben Enzian liegt in den Alpen und Alpenvorländern, zerstreut kommt er auch im Schwarzwald und anderen Regionen vor. Die Staude wird bis zu 1,5 m hoch (im Gegensatz zu dem kleinen stengellosen Blauen Enzian - G. acaulis -, der die Etiketten der Schnapsflaschen schmückt) und die Knolle erreicht ein Gewicht von bis zu 6 kg. Sie ist der eigentliche Rohstofflieferant. Der Name Gentiana ist auf den im 2. Jhd. v. Chr. lebenden illyrischen König Gentio zurückführbar, der den Gelben Enzian als Mittel gegen die Pest gerühmt haben soll.