Artischocke
Cynara scolymus

Wirkstoffe
Cynarin, Cynaropikrin (Sesquiterpenalkohole)

Wirkteile
Blätter (Folia Cynarae)

Standort
Ödland (trockene Standorte), kultiviert

Herkunft
Äthiopien (Heimatland), im Mittelmeerraum kultiviert

Anwendung
Galleleiden, Leberleiden, Arteriosklerose

Zubereitung
Höchstens 1/2 Teelöffel pro Tasse, sonst wird der Aufguß zu bitter. Entschieden besser scheint die Anwendung entsprechender Fertigpräparate oder die wohlschmeckende Verwendung als Nahrungsmittel. Die therapeutische Verwendung ist auf Bitterstoffe zurückzuführen (Cynarin und Cynaropikrin), die verdauungsfördernd durch Anregung der Galle- und Leberfunktion wirken. Entsprechend werden Artischockenauszüge bei Galle- und Leberleiden angewendet. Nach neueren Angaben soll auch ein Cholesterinspiegel senkender Effekt vorhanden sein, teilweise werden Artischockenblätter deshalb auch zur Vorbeugung gegen Arteriosklerose verwendet.

Hinweis
Artischockenzubereitungen dürfen nicht bei Verschluß der Gallenwege verwendet werden. Cynaropikrin weist einen zytostatischen Effekt auf, wird allerdings therapeutisch noch nicht eingesetzt. Alkoholische Extrakte von Artischockenblätter werden als Aperitif angeboten, die Bitterstoffe wirken appetitanregend. Artischocken beinflussen die Geschmacksnerven dahingehend, das Mineralwasser nach dem Essen scheinbar süß schmeckt. Arzneilich werden Artischocken seitdem 16. Jahrhundert verwendet.